Die Geschichte unseres Familienbetriebs

erzählt aus Sicht von Eva Carlitz und Melanie Bungenberg

Geschichte_Rezeption Alles begann im Jahr 1974. Unser Vater Toni war damals in der Kreditrevision der Sparkasse Aachen tätig, unsere Mutter Rosi schwer beschäftigt mit ihren beiden Kindern Eva (knapp über 1 Jahr) und Michael, der gerade eben ein paar Wochen alt war. Unsere Großeltern, Angela und Heinz Nicke, betrieben zusammen mit Schwester und Schwager das Restaurant zum Walde, schon in der dritten Generation in Familienbesitz.

Eines schönen - und gleichzeitig bedeutenden - Tages bekam unser Vater von unseren Großeltern den Auftrag, "ein paar Fremdenzimmer" in den Garten des Restaurants zu bauen. Gesagt, getan - doch noch während der Rohbauphase stellten sich bei unserem Opa gesundheitliche Probleme ein, die ihn daran hinderten, ein solches Projekt zusätzlich zum Tagesgeschäft zu betreuen. So kam es, dass noch vor dem Besuch der ersten Gäste zum CHIO 1975 fest stand, dass unsere Eltern das kleine Hotel mit 15 Zimmern führen würden. Was ursprünglich als Erweiterung des Restaurants geplant war, war also schon bei Eröffnung ein eigenständiges kleines Unternehmen.

Geschichte HotelzimmerDer typische Tagesablauf unseres Vaters sah demnach so aus, dass er frühmorgens zum Hotel fuhr, um Gäste auszuchecken, und nach seinem Dienst bei der Sparkasse bis spätabends im Hotel war, um unsere Gäste zu betreuen. Unsere Mutter brauste im ersten Hoteljahr bei jeder Gastanreise vom ca. 200 m entfernt liegenden Privathaus mit ihrem Mofa samt unserem damals 2jährigen Bruder und Eva, 3 Jahre, zum Hotel. Schnell erkannten unsere Eltern jedoch, dass dies für die professionelle Leitung eines Hotels nicht der richtige Weg ist. Da nun aber ein Hotel Garni mit 15 Zimmern zu klein ist, um als vierköpfige Familie ausschließlich davon zu leben, wurde zwischen 1977 und 1979 ein zweiter Hoteltrakt und die Kaminhalle hinzugebaut. Dementsprechend hatten wir nun 38 Zimmer, Schwimmbad, Sauna, Aufzug, Sonnenterrassen und 3 Seminarräume - und um die Familie komplett zu machen, auch noch ein drittes Kind!


In den 80ern wurden wir dann so oft von Gästen besucht, die über einen langen Zeitraum bei uns blieben, dass sich schnell ein weiterer Bedarf an Zimmern heraus stellte. Diese sollten anders eingerichtet sein als die sonst üblichen Hotelzimmer, nämlich größer, mit viel Platz zum Wohnen und Arbeiten und mit eigener Küche. So entstand 1989 erst unser Appartementhaus 1 mit dem Gruppenrestaurant Rochuskeller und anschließend 1992 die Häuser 2 und 3 mit Garagen und Tiefgaragenplätzen. Damit sich unsere Gäste während ihres Aufenthaltes in unserem Haus auch so richtig entspannen und vergnügen können, wurde gleichzeitig ein Wellnessbereich mit Kosmetik und Massage, 2 Sportkegelbahnen, Dart und ein Sportstudio eingerichtet. Dabei waren wir damals noch Exoten mit dem Angebot von Kosmetikleistungen für Hotelgäste und zählen heute noch zu den Vorreitern der Wellnesshotels in Deutschland!  

Heute sind wir besonders stolz auf die vielen Gäste, die wir schon in unserem Hause begrüßen durften. Dies begann bereits am Tag der Eröffnung, dem 05.07.1975, als wir einen Oldtimerclub anlässlich des 39. Aachener CHIO bei uns begrüßen durften. Alle Teilnehmer waren stilgerecht in der Zeitepoche des jeweils gefahrenen Oldtimers gekleidet. Wir haben selten so viel "Eleganz" auf einmal gesehen wie an diesem Tag.

Auch ganz bekannte Persönlichkeiten durften wir schon bedienen: Aus der Politik waren z. B. die damalige NRW Justizministerin Inge Donnepp in Verbindung mit Klaus Kinkel, die Karlspreisträgerin und norwegische Ministerpräsidentin Gro Brundtland, die Bundestagsfraktion der PDS mit Stefan Heym und Gregor Gysi bei uns;  

aus der Musik der Opernsänger Rudolf Schock, Schlagersänger Chris Roberts, Bernhard Brink, Stefan Mross, Bata Iljic, der Kölsch-Rocker Wolfgang Niedecken - Sänger der Band BAP, die Wiener Sängerknaben, Silbermond,

die Filmschauspieler Siegfried Lowitz ("Der Alte"), Christine Kaufmann, Frank Voss, "Welt der Wunder"-Moderator Hendrik Hey,

aus dem Sport die Formel 1 Fahrer des Jordan Teams Giancarlo Fisichella, Heinz-Harald Frentzen, Jarno Trulli, Jean Alesi, Takuma Sato sowie der damalige Teamchef Eddie Jordan, die Sportler der Deutschen Nationalmannschaft der Straßenradfahrer 1998 mit so bekannten Profis wie Udo Bölts, die russische Handball-Nationalmannschaft, die nach ihrem Olympiasieg 1988 in Seoul unser Restaurant Rochuskeller eröffnete, der Hochspringer Carlo Thränhardt samt der Weltelite der Hochspringer, der Fußballclub 1. FC Saarbrücken, die Rugby-Mannschaft Cologne Crocodiles, die Nationalmannschaften der Volleyball-Juniorinnen von China und Deutschland,  

Persönlichkeiten aus dem Deutschen und Internationalen Naturistenverband im Rahmen von Welttreffen des INF und dem Verbandstag des DFK und, last but not least,

Generäle des Amerikanischen Militärs wie der 4-Sterne-General Montgomery C. Meigs (damals Kommandierender General der US-Army in Europa) und 4-Sterne-General B. B. Bell (auch zur Zeit des Besuchs Kommandierender General der US-Army in Europa).

Die wichtigsten VIP-Gäste sind aber unsere Stammgäste, allesamt wahnsinnig liebe Menschen, die uns in regelmäßigen Abständen und teilweise schon seit über zwanzig Jahren besuchen. Ihnen verdanken wir, dass wir auch nach so langer Zeit noch jeden Tag auf's Neue Spaß an der Arbeit haben und immer wieder nach Verbesserungsideen Ausschau halten, um unsere Begeisterung auf unsere Gäste zu übertragen.  

Ganz besonders viel Wert haben unsere Eltern zu jeder Zeit auf die Nachwuchsausbildung gelegt. So schaffte Eva es, nach Abitur und Hotelfachausbildung im elterlichen Betrieb 1994 die Dehoga Jugendmeisterschaften der Hotelfachleute für den Bezirk Nordrhein und das Land NRW für sich zu entscheiden und damit an den Deutschen Meisterschaften teilzunehmen, bei denen sie den 4. Platz erreichte. 1996, sie war damals schon im BWL-Studium, konnte sie den 3. Platz bei den Sommelierjuniorenmeisterschaften des DWI erringen.  

Melanie, die kleine Schwester, schloss 6 Jahre später als Innungsbeste der Hotelfachleute mit einem sehr seltenen "Sehr Gut" in Theorie, Praxis und mündlicher Prüfung ab. Nach ihrem BWL-Studium mit Auszeichnung wurde ihre Diplomarbeit zum Thema "Bewertung von Pauschalen in der Hotellerie" im Jahr 2006 zusammen mit vier anderen Arbeiten aus dem Bereich Wirtschaftswissenschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz von der SEW-Eurodrive-Stiftung in Bruchsal mit dem Diplomandenpreis für herausragende wissenschaftliche Arbeiten honoriert.  

Auszubildende im Hotel zum WaldeDa wir eine qualifizierte und persönliche Ausbildung der Jugend für sehr wichtig halten, unterstützen wir unsere bis zu 8 Auszubildenden tatkräftig, die uns dieses Engagement mit außerordentlicher Freundlichkeit und Serviceorientierung und nicht zuletzt auch mit guten Prüfungsergebnissen danken. Und unsere drei Mädchen Nadja, Alina und Maxima sowie Jonah und Julia, die jüngsten Familienmitglieder, die die nächste Generation bilden, helfen uns hoffentlich eines schönen Tages dabei, diese Geschichte weiterzuschreiben.